Ich raste aus.

Sony will PlayStation-Spiele ab Anfang 2028 nur noch digital anbieten.

Keine Discs mehr.

Keine physischen Spiele mehr.

Nur noch Download.

Nur noch Store.

Nur noch Konto.

Nur noch Lizenz.

Nur noch „hoffentlich sind die Server gerade gut gelaunt“.

Und dann fällt das PlayStation Network aus.

Natürlich.

Man muss Timing auch können. 

Da ist er.

Der perfekte Beweis.

Nicht theoretisch.

Nicht irgendwann.

Nicht „was wäre wenn“.

Sondern genau jetzt.

Sony sagt sinngemäß:

Physische Spiele? Braucht ihr bald nicht mehr.

Und das PSN sagt:

Einloggen? Heute eher nicht.

Wunderbar.

Digital Only, aber bitte nur solange der Konzernserver nicht gerade einen Nervenzusammenbruch hat.

Das ist genau diese moderne Besitzverachtung, die überall um sich greift.

Früher hast du ein Spiel gekauft.

Disc rein.

Installation.

Spielen.

Vielleicht Patch.

Vielleicht nicht.

Aber grundsätzlich war da ein Gegenstand.

Dein Spiel.

Deine Disc.

Dein Regal.

Dein Weiterverkauf.

Dein Verleihen.

Dein „ich spiele das in zehn Jahren noch mal“.

Heute kaufst du oft nur noch eine Nutzungserlaubnis mit hübschem Coverbild im Menü.

Ein digitales Versprechen.

Ein Datensatz mit Geschäftsbedingungen.

Ein „gehört dir“, das bei genauerem Hinsehen eher „wir erlauben dir Zugriff, solange Konto, Store, Lizenzserver, Region, Zahlungsdaten, Plattformpolitik und unsere Laune mitspielen“ bedeutet.

Besitz war offenbar zu bequem.

Also weg damit.

Natürlich wird Sony sagen, dass der Markt sich verändert hat.

Digitale Verkäufe nehmen zu.

Spieler kaufen ohnehin mehr digital.

Laufwerke kosten Geld.

Logistik kostet Geld.

Produktion kostet Geld.

Regale sind oldschool.

Alles richtig.

Und trotzdem ist es Mist.

Denn nur weil viele Menschen digital kaufen, heißt das nicht, dass physische Medien wertlos sind.

Eine Disc ist nicht nur Plastik.

Eine Disc ist Option.

Kontrolle.

Weiterverkauf.

Archivierung.

Sammlung.

Unabhängigkeit.

Ein kleines Stück Gegengewicht gegen Plattformmacht.

Und genau dieses Gegengewicht soll verschwinden.

Weil es aus Konzernsicht stört.

Digitale Spiele sind perfekt für Sony.

Kein Gebrauchtmarkt.

Kein Verleihen.

Kein Handel mit gebrauchten Discs.

Kein Regal beim Händler.

Keine Konkurrenz durch physische Angebote.

Mehr Kontrolle über Preise.

Mehr Kontrolle über Verfügbarkeit.

Mehr Kontrolle über Zugriff.

Mehr Kontrolle über alles.

Und der Kunde darf so tun, als sei das Fortschritt.

Nein.

Das ist kein Fortschritt.

Das ist Eigentumsausweidung mit Glasfaser.

Besonders herrlich wird es, wenn man sich die PSN-Ausfälle danebenlegt. Beim aktuellen Ausfall meldeten Spieler Probleme beim Einloggen, beim Zugriff auf Store-Funktionen und Online-Dienste; auch andere Dienste, etwa EA-Spiele auf PlayStation, waren durch die PSN-Probleme betroffen.  

Also genau das Ökosystem, an das künftig alles noch stärker gekettet werden soll.

Server down?

Pech.

Store kaputt?

Pech.

Lizenzprüfung spinnt?

Pech.

Konto gesperrt?

Pech.

Zahlungsmittel abgelaufen?

Pech.

Region geändert?

Pech.

Spiel aus dem Store entfernt?

Pech.

Aber hey.

Kein Disc-Wechsel mehr.

Sehr bequem.

Bis es nicht mehr bequem ist.

Und dann ist es nicht unbequem.

Dann ist es tot.

Digital Only heißt nämlich nicht nur „Download statt Disc“.

Digital Only heißt:

Du bist abhängig.

Von Servern.

Von Konten.

Von Plattformregeln.

Von Lizenzen.

Von Konzernentscheidungen.

Von Geschäftsmodellen, die du nicht kontrollierst.

Von Store-Schließungen, die irgendwann kommen.

Von AGB-Änderungen, die du natürlich gelesen hast.

Komplett.

Sorgfältig.

Mit Tee.

Natürlich.

Und dann kommt immer jemand und sagt:

„Aber man kann doch viele Spiele offline spielen.“

Ja.

Manche.

Manchmal.

Wenn sie installiert sind.

Wenn sie aktiviert sind.

Wenn kein Onlinezwang drinsteckt.

Wenn keine permanente Verbindung nötig ist.

Wenn kein Day-One-Patch das halbe Spiel nachliefert.

Wenn der Publisher nicht wieder irgendeinen Account will.

Wenn das Spiel nicht live-service-verseucht ist.

Wenn, wenn, wenn.

Früher war ein Spiel ein Spiel.

Heute ist ein Spiel oft ein Dienst mit Grafik.

Ein Abo im Kostüm.

Ein Produkt, das sich wie Besitz anfühlt, aber wie Plattformzugriff funktioniert.

Und genau deshalb sind Discs wichtig.

Nicht weil jede Disc heute perfekt wäre.

Viele Discs enthalten längst nicht mehr das vollständige, endgültige Spiel.

Patches fehlen.

Updates fehlen.

Manchmal ist nur ein Teil drauf.

Auch physisch ist nicht mehr automatisch gut.

Aber physisch ist trotzdem besser als gar nichts.

Eine Disc im Regal ist wenigstens ein Anker.

Ein Rest Eigentum.

Ein Rest Kontrolle.

Ein Rest Kultur.

Ein Rest Archiv.

Wenn alles digital ist, liegt die gesamte Geschichte einer Plattform in den Händen des Plattformbetreibers.

Und der entscheidet irgendwann:

Dieses Spiel ist nicht mehr verfügbar.

Diese Lizenz ist ausgelaufen.

Dieser Store wird geschlossen.

Diese Funktion wird abgeschaltet.

Diese Version gibt es nicht mehr.

Danke für Ihre Treue.

Bitte kaufen Sie das Remaster.

Zum Vollpreis.

Mit Deluxe Edition.

Gaming war mal kaufen und spielen.

Jetzt wird es immer mehr:

Kaufen, herunterladen, anmelden, aktualisieren, Lizenz prüfen, Server erreichen, Account sichern, Store akzeptieren, DLC buchen, Abo prüfen.

Und wenn irgendwo ein Rädchen steht, steht dein Abend.

Natürlich erzählen Konzerne das als Komfort.

„Alles an einem Ort.“

„Schneller Zugriff.“

„Keine physischen Medien.“

„Moderne Nutzung.“

„Spieler bevorzugen digital.“

Ja.

Und Banken bevorzugen Gebühren.

Tankstellen bevorzugen steigende Preise.

Streamingdienste bevorzugen Abo-Modelle.

Hersteller bevorzugen geschlossene Ökosysteme.

Dass ein Anbieter etwas bevorzugt, heißt nicht, dass es für Kunden gut ist.

Konzernkomfort ist nicht Kundenfreiheit.

Sony will keine Discs killen, weil es für Spieler so viel besser ist.

Sony will Discs killen, weil digitale Kontrolle besser fürs Geschäft ist.

So einfach ist das.

Und dann noch dieser schöne Nebeneffekt:

Wenn es keine physischen Spiele mehr gibt, verschwindet der Gebrauchtmarkt.

Du kannst nicht mehr verkaufen.

Nicht mehr verleihen.

Nicht mehr tauschen.

Nicht mehr gebraucht kaufen.

Nicht mehr einfach ein altes Spiel im Laden finden.

Alles läuft über den Store.

Und der Store entscheidet.

Preise.

Rabatte.

Verfügbarkeit.

Regionen.

Editionen.

Das ist keine Bibliothek.

Das ist ein betreuter Einkaufskäfig.

Mit Controller.

Man muss sich nur mal vorstellen, wie absurd das bei anderen Dingen wäre.

Du kaufst ein Buch, aber lesen kannst du nur, wenn der Buchserver online ist.

Du kaufst eine DVD, aber sie startet nur, wenn der Hersteller dich noch mag.

Du kaufst ein Auto, aber der Zündschlüssel funktioniert nur nach erfolgreicher Cloudprüfung.

Ach Moment.

Da sind wir ja auch schon fast.

Besitz wird überall langsam weichgekocht.

Autos.

Smart-TVs.

Drucker.

Software.

Musik.

Filme.

Spiele.

Alles wird Lizenz.

Alles wird Konto.

Alles wird Abo.

Alles wird Fernzugriff.

Alles wird abschaltbar.

Und wir sollen das als Fortschritt feiern.

Nein.

Das ist Rückbau von Eigentum.

Mit hübscher Benutzeroberfläche.

Besonders perfide ist, dass Sony und andere genau wissen, wie stark emotionale Bindung im Gaming ist.

Spieler hängen an Bibliotheken.

Accounts.

Trophäen.

Freundeslisten.

Konsolen.

Ökosystemen.

Man verlässt das nicht mal eben.

Und je digitaler alles wird, desto schwerer kommt man raus.

Deine Spiele sind dann nicht mehr im Regal.

Sie sind im Account.

Dein Account ist deine Sammlung.

Dein Account ist dein Besitzersatz.

Und wenn mit diesem Account etwas passiert, dann viel Spaß.

Kundendienst ist bestimmt sofort erreichbar.

Natürlich.

Bitte laden Sie ein Ausweisdokument hoch und warten Sie 7 bis 14 Werktage.

In der Zwischenzeit spielen Sie bitte etwas anderes.

Ach nein.

Auch digital.

PSN down.

Schade.

Das alles zeigt, wie absurd diese Entwicklung ist.

In dem Moment, in dem Sony physische Medien abschaffen will, erinnert ein PSN-Ausfall daran, warum physische Medien gebraucht werden.

Nicht als Nostalgie.

Nicht als Sammlerromantik.

Sondern als Resilienz.

Als Gegenmittel gegen totale Plattformabhängigkeit.

Als Möglichkeit, ein gekauftes Spiel auch dann zu nutzen, wenn der Konzern gerade Probleme hat.

Das ist nicht altmodisch.

Das ist gesundes Misstrauen.

Und nach allem, was Konzerne in den letzten Jahren mit Accounts, Stores, Servern, Preisen, Abos und Abschaltungen gemacht haben, ist Misstrauen keine Macke.

Es ist Verbraucherschutz mit Puls.

Natürlich wird es trotzdem kommen.

Die Industrie will digital only.

Die Margen wollen digital only.

Die Kontrolle will digital only.

Die Investoren wollen digital only.

Und viele Kunden haben sich längst daran gewöhnt.

Bis zum nächsten Ausfall.

Bis zur nächsten Store-Schließung.

Bis zum nächsten entfernten Spiel.

Bis zur nächsten Account-Sperre.

Bis zum nächsten „Dieses Produkt ist in Ihrer Region nicht verfügbar“.

Dann erinnern sich alle kurz daran, dass Besitz vielleicht doch nicht so schlecht war.

Und danach kaufen sie wieder digital.

Weil bequem.

Weil Angebot.

Weil keine Alternative.

Genau das ist der Plan.

Am Ende bleibt:

Sony killt PlayStation-Discs ab 2028.

PSN fällt aus.

Spieler kommen nicht rein.

Und die Botschaft könnte klarer kaum sein:

Wenn alles digital ist, gehört dir nichts mehr richtig.

Du darfst nur zugreifen.

Solange Sony es erlaubt.

Solange die Server laufen.

Solange dein Konto lebt.

Solange der Store existiert.

Solange niemand entscheidet, dass dein gekauftes Spiel nur noch ein alter Eintrag in einer Datenbank ist.

Besitz war offenbar zu bequem.

Also wird er abgeschafft.

Mit Update-Hinweis.

Und Fehlermeldung.