Es gab mal eine erstaunlich einfache Idee:

Du kaufst eine Eintrittskarte.

Dann gehst du irgendwo rein.

Und dort erlebst du die Sache, für die du Eintritt bezahlt hast.

Wildes Konzept.

Heute scheint die Eintrittskarte dagegen immer öfter nur noch so etwas wie die Freischaltung des Bezahlmenüs zu sein.

Herzlichen Glückwunsch.

Du bist drin.

Jetzt hol nochmal das Portemonnaie raus.

Der Movie Park liefert beim Halloween Horror Festival gerade ein ziemlich schönes Beispiel dafür. Die Horrorhäuser sind nicht im normalen Eintritt enthalten, sondern müssen separat gebucht werden. 2026 werden für einzelne Mazes je nach Angebot bis zu 19 Euro fällig. Nicht nur für die neue „Jason Universe“-Maze, sondern auch für das bereits bekannte „Hell House“. Wer alle neun Horrorhäuser besuchen möchte, kommt nach den aktuell veröffentlichten Preisen auf 102 Euro zusätzlich zum Parkeintritt.

Hundertzwei Euro.

Extra.

Für die Mazes.

Das ist kein kleiner Zusatzbetrag mehr, bei dem man sagt: „Ach komm, die fünf Euro.“

Das ist ein zweiter Freizeitparkbesuch.

Nur ohne zweiten Freizeitpark.

Und genau da liegt das eigentliche Problem.

Natürlich kostet ein Horrorhaus Geld.

Darsteller wollen bezahlt werden. Kulissen bauen sich nicht durch dämonische Selbstentzündung. Technik kostet Geld, Personal kostet Geld, Lizenzen kosten Geld.

Geschenkt.

Es geht auch nicht darum, dass alles kostenlos sein muss, sobald man einmal durch ein Drehkreuz gelaufen ist.

Es geht um die Richtung.

Immer mehr Angebote funktionieren nach demselben Prinzip:

Der Grundpreis klingt noch irgendwie akzeptabel.

Und danach beginnt das Kleingedruckte mit Preisschild.

Möchtest du schneller dran sein?

Extra.

Möchtest du das besondere Erlebnis?

Extra.

Möchtest du die Attraktion besuchen, wegen der du überhaupt zu diesem Event gekommen bist?

Natürlich extra.

„Das Halloween Horror Festival ist im Eintritt enthalten.“

Schön.

Die Horrorhäuser aber nicht.

Das ist ungefähr so, als würde ein Schwimmbad sagen:

„Der Badebereich ist inklusive.“

Wasser kostet separat.

Noch absurder wird es, wenn nicht nur große Neuheiten Premiumpreise bekommen.

„Hell House“ gehört nicht zu den neuen Horrorhäusern des Jahres 2026, wird aktuell aber ebenfalls mit bis zu 19 Euro angeboten. Die übrigen Häuser bewegen sich laut veröffentlichten Preisangaben zwischen 5 und 17 Euro. Die Preise können dabei variieren.

Dynamic Pricing.

Natürlich.

Warum einen festen Preis verlangen, wenn man auch testen kann, wie dringend Kevin am Samstagabend erschreckt werden möchte?

„An dem Termin ist die Nachfrage höher.“

Ach.

Dann ist die Kettensäge vermutlich auch schärfer.

Das ist der Punkt, an dem aus einem Aufpreis langsam eine Melkmaschine mit Nebelgenerator wird.

Das Prinzip kennt man längst.

Du kaufst etwas.

Danach kaufst du die angenehme Benutzung davon.

Dann kaufst du Komfort.

Dann kaufst du Zeitersparnis.

Dann kaufst du Funktionen, die erstaunlicherweise genau hinter der nächsten Bezahlschranke liegen.

Der Preis auf der ersten Seite ist nicht mehr unbedingt der Preis des Erlebnisses.

Er ist der Preis dafür, überhaupt anfangen zu dürfen.

Und Unternehmen haben dafür wunderschöne Wörter.

Premium.

Upgrade.

Experience.

Priority.

Plus.

VIP.

Flex.

Was früher schlicht „im Preis enthalten“ hieß, bekommt heute einen englischen Namen und ein eigenes Checkout-Fenster.

Sehr modern.

Natürlich kann jeder selbst entscheiden, ob ihm eine Maze 5, 12, 17 oder 19 Euro wert ist.

Darum geht es gar nicht.

Der nervige Teil beginnt dort, wo ein Besuch bewusst in immer kleinere kostenpflichtige Häppchen zerlegt wird.

Denn irgendwann stehst du nicht mehr in einem Freizeitpark.

Du stehst in einem begehbaren In-App-Kauf.

Eintritt bezahlt.

Parken bezahlt.

Essen bezahlt.

Maze bezahlt.

Schnellerer Zugang?

Da hinten ist der nächste Button.

Und irgendwann besteht das eigentliche Gruselerlebnis nicht mehr darin, dass hinter einer Ecke jemand mit Maske hervorspringt.

Sondern darin, dass vorher jemand mit Kartenlesegerät steht.

Am Ende bleibt:

Zusatzangebote sind völlig in Ordnung.

Aber wenn aus dem Eintritt immer häufiger nur die Berechtigung wird, anschließend noch mehr Eintritt zu bezahlen, läuft etwas schief.

Freizeit darf Geld kosten.

Auch gutes Entertainment darf Geld kosten.

Aber ein Erlebnis sollte sich irgendwann wieder wie ein Erlebnis anfühlen.

Und nicht wie ein Warenkorb, durch den zufällig eine Achterbahn fährt.